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Unterbodenschutz Test – 3 Produkte im Vergleich

Wir lieben alte Autos, denn an einem Neuwagen gibt es einfach nicht ausreichend genug in Stand zu setzen und zu erhalten.  Eine genaue Inspektion des Unterbodens gehört da natürlich ebenfalls dazu, da gerade die untersten Regionen des Fahrzeugs in der Regel permanenten Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. So entsteht hier nicht selten als erstes Rost, den es nicht nur fachmännisch zu entfernen, sondern auch dauerhaft gegen Feuchtigkeit und Nässe zu versiegeln gilt.

Im heutigen Unterbodenschutz Test möchte ich drei sprühbare Unterbodenschutz Produkte gegen Korrosion und Steinschlag testen und diese im direkten Vergleich unter die Lupe nehmen.

Neben dem NIGRIN Unterbodenschutz-Spray und dem Kent Rubber Gard, möchte ich auch das bekannte Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz Spray testen. Alle drei Produkte sind, da in Sprayform erhältlich, eine gute Ergänzung zu streichfähigen Produkten oder Korrosionsschutzmitteln auf Wachsbasis, die man zum Beispiel zur Hohlraumversiegelung einsetzen kann.

In diesem Test werde ich die drei Produkte an einem PKW Unterboden ausprobieren, wobei ich darauf achte, dass jeweils gleiche Testbedingungen eingehalten werden.

Als Testkriterien werde ich die nachfolgend aufgeführten Kriterien näher unter die Lupe nehmen:

  • Fließ- und Hafteigenschaft
  • Ergiebigkeit pro Anwendung
  • Wie schnell trocknet das Produkt
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Hier noch einmal die Testkandidaten in der Zusammenfassung:

  • Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz Spray
  • Kent Rubber Gard
  • NIGRIN Unterbodenschutz-Spray

Unterbodenschutz Test – Die VorbereitungUnterbodenschutz Test und Vergleich

Nachdem ich mit Hilfe eines Schraubenziehers alle Rostherde am Unterboden des mir zur Verfügung stehenden Fahrzeugs ausfindig gemacht habe, bearbeite ich sorgfältig mit einer Drahtbürste alle mit Rost befallenen Stellen.

Wie Du sicherlich weißt, ist es besonders wichtig, dass alle zu behandelten Stellen komplett trocken, Fett- und Staubfrei und natürlich sauber sind.

Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz im Test

NIGRIN Unterbodenschutz-Spray 500 ml

5,99 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
DetailsNicht Verfügbar

Der Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz soll laut Hersteller ein zuverlässiger Korrosionsschutz sein, der im ausgehärteten Zustand einen zähelastischen Schutzfilm über die zuvor behandelte Stelle legt und zudem eine hohe Festigkeit aufweist.

Anwendungsbereich des Unterbodenschutz

Für alle Korrosion anfälligen Stellen des Unterbodens inklusive Radkasten geeignet. Auch für Türen, Kotflügel, Kofferraum etc. einsetzbar. Durch die dämmende Wirkung auch bei zu hohe Fahrgeräuschen anzuwenden.

Anwendung des Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz

Nachdem ich im Vorfeld den zu behandelten Bereich von Öl, Rost und Schmutz befreit habe und alle im Fahrbetrieb heiß werdenden Teile, wie den Auspuff abgeklebt habe, gilt es die Aerosol Dose rund eine Minute lang kräftig zu schütteln und die Kugel im Inneren zu bewegen.

In einem Abstand von 20 bis 30 Zentimetern wird der Unterbodenschutz für Autos zirka 30 bis 40 Sekunden lang mit einer gleichmäßigen Bewegung, am besten über Kreuz zur Vermeidung von Spritzschatten aufgetragen. Hiernach muss die Dose wieder kräftig geschüttelt werden. Fange am besten mit einer dünnen Schicht an allen relevanten Stellen an und arbeite mehrmals eine weitere dünne Schicht auf.

Sollte der Sprühkopf der Dose verkleben, so kannst Du die Dose kurz auf den Kopf halten und den Sprühkopf frei blasen.

Die Dose lässt sich auch über Kopf verwenden, so dass alle relevanten Stellen behandelt werden können. Ich bin überrascht, mit wieviel Druck die zähflüssige Masse aus der Dose geschossen wird. Wenn man vorsichtig zu Werke geht, klappt ein gleichmäßiges Aufbringen aber ohne weiteres.

Fließ- und Hafteigenschaft

Achtet man beim Auftragen auf eine gleichmäßige Bewegung, so gelangt der Unterbodenschutz trotz seiner auf den ersten Blick etwas zähen Fließeigenschaft in jede Ritze der zu behandelnden Fläche. Dort wo der Unterbodenschutz aufgetragen ist, bleibt er auch haften. Wer mit der Dose immer in Bewegung bleibt, muss darüber  hinaus nicht fürchten, dass der aufgetragene Unterbodenschutz zu tropfen beginnt. Bei etwas schwerer zugänglichen Stellen, lässt sich der Sprühkopf darüber hinaus gut dosieren.

Ergiebigkeit pro Anwendung

Generell sei gesagt, dass der Unterbodenschutz für Autos in Dosenform für keine großflächigen Arbeiten gedacht ist, da man hierzu die zum Streichen mit einem Pinsel vorgesehene Variante des gleichen Herstellers wählen sollte. Ich möchte hiermit nicht sagen, dass es nicht funktionieren würde, aber es wäre in der Praxis einfach zu teuer, da man einige Dosen benötigen würde. Vom Anwendungskomfort her, ist die Variante aber durchaus zu empfehlen.

Die Ergiebigkeit des Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz ist gut, wobei ich mir denken könnte, dass eine etwas flüssigere Variante ergiebiger beim Auftragen wäre. Hier müsste man aber eventuell mindestens einmal öfter Nachtragen, so dass es bestimmt wieder auf das Gleiche herauskommen würde.

Wie schnell trocknet das Produkt?

Im Gegensatz zur streichbaren Variante, trocknet der Unterbodenschutz innerhalb von ca. 10 – 12 Stunden vollständig aus, je nach Verarbeitungs- und Umgebungstemperatur.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz haftet gut und das ohne die Notwendigkeit einer vorherigen Grundierung. Auch der Preis von circa 5 Euro für die 500 ml Dose geht in Ordnung. Hiermit kommst Du für circa 1-1,5 m² hin. Leider kann der Unterbodenschutz nicht überlackiert werden. Dafür sind die Dämmeigenschaften des Produktes sehr gut. Auch die Temperaturbeständigkeit, welche laut Hersteller von  -25 bis +100 Grad Celsius beträgt, überzeugt.  

Pro:

  • Schnell trocknend
  • Günstig
  • Ergiebig
  • Gute Dämmeigenschaften
  • Hohe Temperaturbeständigkeit

Contra:

  • Kann nicht überlackiert werden
  • Lange Durchtrocknungszeit von bis zu 12 Stunden
  • Etwas dickflüssig beim Auftragen

Kent Rubber Gard Unterboden- und Steinschlagschutz im Test

Kent Rubber Guard UBS Spray 577ml schwarz

17,95 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
DetailsNicht Verfügbar

Die Besonderheit des Kent Rubber Gard, im Gegensatz zum vorherigen Liqui Moly 6111 ist, dass dieser ohne Bitumen auskommt und stattdessen eine Mischung aus synthetischem Kautschuk und Harzen verwendet. Diese soll nicht nur eine gute Deckkraft in nur einem Auftrag bieten, sondern auch in 2-3 Stunden überlackierbar sein. Auch zur Schalldämmung bei starken Vibrationsgeräuschen soll der Unterbodenschutz geeignet sein.

Anwendungsbereich des Kent Rubber Guard Unterbodenschutz

Zur Schalldämmung auch für Türholräume. Kann überall haften und ist mit den meisten Lacksystemen kompatibel. Guter Steinschlagschutz ganz ohne Bitumen. Hoher Belastungsbereich von -40 bis über 135 grad Celsius

Anwendung des Rubber Gard Unterboden- und Steinschlagschutz

Auch hier sollten zunächst Rost, Öl und Schmutz entfernt werden. Die 577 ml Dose wird im Anschluss kräftig und lange geschüttelt und der Rubber Guard Unterbodenschutz aus etwa 30 cm Entfernung aufgetragen. Man hat das Gefühl mit einer Druckluftpistole zu arbeiten, so gleichmäßig lässt sich der dickflüssige Unterbodenschutz auftragen.

Die Konsistenz ist auf jeden Fall dickflüssiger als ich erwartet hätte, dringt aber dennoch auch in schwer zugängliche Bereiche vor. Länger als eine Minute am Stück sollte man mit der Dose aber nicht sprühen, denn sie sollte erst wieder gut durchgeschüttelt werden. Ich trage den Rubber Guard ebenfalls mit einer schwingenden Bewegung auf, um Spritzschatten zu vermeiden.

Fließ- und Hafteigenschaft des Kent Rubber Guard

Auch hier achte ich auf eine gleichmäßige Bewegung, so dass der noch zähflüssiger als der Liqui Moly 6111 wirkende Rubber Guard gleichmäßig verteilt wird. Dies gelingt sehr gut und der Unterbodenschutz dringt auch ohne Probleme in jede Ecke. Einmal an Ort und Stelle aufgetragen, bleibt auch hier alles haften ohne zu tropfen oder zu verlaufen.

Die Dose kann aber nicht wie bei Liqui Moly einwandfrei über Kopf gesprüht werden, da sich ab einem bestimmten Winkel der Sprühkopf frei bläst. Hier muss man etwas aufpassen und die Dose lieber nicht komplett auf den Kopf drehen.

Ergiebigkeit pro Anwendung

Die 577 ml Dose reicht in meinem Fall für lockere 3 m², wobei sich in der Dose immer noch etwas befindet. Mir fällt auf, dass hier ein Spritzgang völlig ausreicht.

Wie schnell trocknet das Produkt?

Wo der Liqui Moly 6111 Unterboden-Schutz 10 bis 12 Stunden benötigt, braucht der Kent gerade einmal 2 – 3 Stunden, um völlig durchzutrocknen. Hier hat das Kent Produkt also definitiv die Nase vorne.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Um die 16 Euro musst Du für den Rubber Guard pro Dose schon hinlegen, was fast das Dreifache des zuvor getesteten Liqui Moly 6111 ist. Dafür benötigt das Produkt aber nur 2-3 Stunden zum vollständigen Durchlüften und weist laut Hersteller eine wesentlich höhere Temperaturbeständigkeit von -40 bis über 135 grad Celsius auf.

Auch ein Überlackieren mit den meisten Lacksystemen ist hier laut Hersteller möglich. Die nicht gut über Kopf anwendbare Dose ist bei Liqui Moly auf jeden Fall besser gelöst.

Pro:

  • Gute Deckkraft in nur einem Auftrag
  • Härtet in 2 – 3 Stunden vollständig aus
  • Hoher Temperaturbereich
  • Überlackierbar

Contra:

  • Hoher Preis
  • Nicht überall erhältlich
  • Nicht gut über Kopf sprühbar

NIGRIN Unterbodenschutz-Spray im Test

NIGRIN Unterbodenschutz-Spray 500 ml

5,99 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
DetailsNicht Verfügbar

Als letzter Kandidat geht das NIGRIN Unterbodenschutz-Spray an den Start. Der wie der Liqui Moly 6111 auf Bitumenbasis aufgebaute Unterbodenschutz, soll zuverlässig vor Korrosion und Steinschlag schützen und wie die beiden Vorgänger auch, eine geräuschdämmende Anti-Dröhn-Wirkung haben.

Anwendungsbereich des NIGRIN Unterbodenschutz-Spray

Besonders für schwer zugängliche Bereiche geeignet. Schützt dauerelastisch vor Steinschlägen und Korrosion.

Anwendung des NIGRIN Unterbodenschutz-Spray im Test

Wie bei den beiden zuvor getesteten Produkten gilt auch hier: Ölfrei, schmutzfrei und trocken muss es sein. Darüber hinaus solltest Du die Bremsvorrichtung und den Auspuff gut abdecken bzw. abkleben. Dann gilt es auch hier zu schütteln, was das Zeug hält und den Inhalt der Dose über Kreuz auf zu sprühen.

Fließ- und Hafteigenschaft des NIGRIN Unterbodenschutz-Spray im Test

Die Konsistenz ist auf jeden Fall die dünnste und der Unterbodenschutz dringt sichtbar bis in die kleinste Ritze. Dennoch hat man das Gefühl, dass auf jeden Fall an der einen oder anderen Stelle eine zweite Schicht von Nöten ist. Die Dose lässt sich gut über Kopf sprühen, es fällt mir aber persönlich schwerer, zielgerichtet und genau zu sprühen. Es tropft hier aber nichts.

Ergiebigkeit pro Anwendung

7 Euro für 500 ml reichen für zirka  2 m², je nach Anwendung und Sprühstärke.

Wie schnell trocknet das Produkt?

Das NIGRIN Unterbodenschutz-Spray ist laut Hersteller nach 30 Minuten – nach meiner Erfahrung aber eher nach 1 Stunde – völlig durchgetrocknet. Hier hat NIGRIN eindeutig die Nase vorne. Überlackieren lässt sich der Unterbodenschutz aber auch nicht.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das NIGRIN Unterbodenschutz-Spray haftet gut, obwohl es auf jeden Fall die flüssigste der drei Varianten ist. Auch der Preis von circa 7 Euro für die 500 ml Dose geht in Ordnung. Leider kann der Unterbodenschutz nicht überlackiert werden. Dafür sind die Dämmeigenschaften des Produktes ebenfalls gut. Zu der Temperaturbeständigkeit kann ich leider keine Angaben auf der Dose finden.

Pro:

  • Ergiebig
  • Gute Dämmeigenschaften
  • Super schnelles Trocknen

Contra:

  • Kann nicht überlackiert werden
  • Etwas dünnflüssig für mein Empfinden

Fazit

Jeder der drei Unterbodenschutz Produkte hat seine Berechtigung. Für kleinere Arbeiten, dafür aber verwinkelte und schwer zugängliche Bereiche, würde ich den zuletzt getesteten NIGRIN Unterbodenschutz verwenden. Der KENT Rubber Guard ist hingegen der einzige der drei, der nicht auf Bitumenbasis arbeitet und sogar nach vollständiger Aushärtung überlackiert werden kann.

Darüber hinaus weist das KENT Produkt die besten Eigenschaften in der Temperaturbeständigkeit, lässt sich aber nicht gut über Kopf sprühen. Wenn Du mich fragst, ich würde für kleinere, schwer zugängliche Flächen den NIGRIN und für alles anderen Arbeiten den KENT Rubber Guard verwenden, vor allem dann, wenn Du nachlackieren möchtest.


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